„Pride Began on Christopher Street“ von Christian Handel und Andreas Suchanek

Pride Began on Christopher Street ist ein schnulziger Feelgood-Roman, der zeigt, wofür es sich zu kämpfen lohnt – und dass Hoffnung sich lohnt und Änderungen möglich sind.

Cover des Buches. Eine Regenbogenfahne mit dem Buchtitel. Ein Aufkleber verweist auf die Reihe. Darunter ein Photo von protestierenden Menschen mit Schild "Gay Pride".
Cover „Pride Began on Christopher Street“ von Christian Handel und Andreas Suchanek

Die schwulen Science-Fiction-Autoren Christian Handel und Andreas Suchanek schreiben eine Liebesgeschichte zwischen einem schwulen Theatermitarbeiter und einem Polizisten rund um die Stonewall Inn und den historischen Aufstand. Ich muss zugeben, mit der Literaturform, Geschichten in historische Ereignisse einzuflechten habe ich manchmal meine Probleme – hinterlässt das nicht einen falschen oder unvollständigen Eindruck? Das Nachwort lässt darauf hoffen, dass die Autoren darauf geachtet haben.

Die Geschichte schon etwas Klischee: Finn, der zu seiner Homosexualität offen steht und Jake, der dieser erstmal gegenüber sich selbst einstehen muss. Dazu ist letzterer Polizist, verheiratet, in streng konservativer Familie, der – so der Zufall will – auch noch in Razzien gegen Homosexuelle eingesetzt wird. Der Running Gag „Wo habt ihr euch kennengelernt? – Auf einer Razzia, er ist Polizist.“ nutzt sich schnell ab. Dennoch ist es schön geschrieben, und die Autoren finden die richtigen Worte.

„Wie kann Mitgefühl denn keine gute Idee sein?“, fragte er überraschend konfrontativ.

Beim Lesen kamen mir manchmal die Tränen. Ab und zu musste ich an meine eigene vergangene Unsicherheit zurückdenken – und das, obwohl ich von meinem Umfeld nichts als Unterstützung erfahren habe. Mir vorzustellen, wie das vor über 50 Jahren gewesen sein muss – und selbst zu häufig heute auch noch immer noch ist – lässt mich weinen. Und dann kommt der Kontrast wo die Hauptpersonen endlich sich selbst sein dürfen.

In diesem Augenblick begriff Jake, was er bisher verpasst hatte. Worum er sich selbst gebracht hatte und worum ihn die Gesellschaft betrogen hatte. Diese Euphorie, dieses Begehren. Diese Verbindung mit einem anderen Menschen, in Berührungen lag.

Es ist ein schnulziger Feelgood-Roman, der zeigt, wofür es sich zu kämpfen lohnt – und dass Hoffnung sich lohnt und Änderungen möglich sind.

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