Rede zur CSD-Gedenkveranstaltung in Stralsund
Am 13.08.2026 fand in Stralsund eine Gedenkveranstaltung zum Anschlag auf den CSD Berlin statt. Recht kurzfristig bereitete ich eine Rede vor. Diese schreibe ich nun noch einmal hier auf.
(Begrüßung)
Wir sind heute hier zusammenkommen, um zu trauern. Der Anlass – ein Anschlag auf den CSD in Berlin aus radikal-religiösen, vor allem aber queerfeindlichen Motiven – gibt jedoch auch Anlass zur Mahnung. Er erinnert uns alle schmerzlich daran, wohin Angst und Wut und Hass führen können.
Der Angriff hatte ein Ziel: Angst und Furcht in unseren Herzen stiften. Ich stehe hier und muss sagen: Damit hatte er bei mir zumindest in Teilen Erfolg. Dennoch lasse ich mich nicht davon beherrschen. Auch zum Teil aus Trotz, um nicht den Terror gewinnen zu lassen – auch aufgrund der Solidarität, dich ich in der Community gesehen habe, Ich wünschte, ich hätte diese Solidarität und den Zusammenhalt mehr zurückgeben können.
Wir müssen uns diese Solidarität bewahren. Sie schützt uns davor, dass Angst und Furcht, Wut und Trauer uns zumindest nicht dauerhaft überwältigen. Dass wir uns nicht zurückziehen. Dass, auch wenn wir von der Politik in Stich gelassen werden, trotzdem weitermachen. Und sie verhindert eines: Dass Wut und Trauer noch in Hass und Gewalt umschlagen. Genau davor möchte ich heute Mahnen. Lassen wir es nicht zu, dass unsere eigene Betroffenheit nicht mehr Betroffene schafft.
Lasst Menschlichkeit und Mitgefühl unser Antrieb sein. Lasst uns den Hass in und um uns mit Herzlichkeit begegnen. Auch wenn es uns manchmal und gerade in solchen Zeiten schwerfällt. Lasst uns zusammenstehen. Lasst uns heute zusammen trauern.